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| Köderbau "klassisch" |
| Eine
mögliche Variante um einen silbernen Räuber als Zielfisch des
Trollingfischens zu überlisten, ist die Verwendung eines Blinkers in Form
eines sog. Schlepplöffels. Der
Selbstbau eines solchen
Blinkers soll hier in Form der klassischen Fertigung mit Hammer und „Ambösschen“
dargestellt werden.
von Michael Kampmann |
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Diese Form
der Erstellung ist neben den bereits zahlreich erläuterten Varianten aus
bereits vorgefertigten eindimensional gewölbten
Aluminiumleisten -Wie sie etwa als Übergangsleisten im Bereich der
Teppichabteilung der Baumärkte angeboten
werden- eine Art der
Herstellung von zweidimensional gewölbten Formen. Die Erstellung derartiger Wölbungen ist neben einer Vielzahl von Blechblinkern auch für die Herstellung individueller Spinnerblätter hilfreich. |
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| Neben weiteren Vorteilen bietet diese Art der Erstellung die freie Materialwahl. Ausgangspunkt ist eine Blechtafel. |
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Im Beispiel
wurde eine Tafel aus Messing gewählt. Daneben eignet sich auch Kupfer
sehr gut, Edelstahl ist hingegen ein sehr hartes widerspenstiges Material
, welches sich nur schwer in Form bringen lässt und wird daher nicht so
gern benutzt, aufgrund von Rostanfälligkeit ist von Stahlblech abzuraten.
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| Nachdem die Grundform mit einer Blechschere ausgeschnitten wurde, ist zu beachten, dass sich jeweils eine der für den Schlepplöffel erforderlichen Wölbungen problemlos gestalten lässt. |
| Zunächst die längste Seite mit der Biegung versehen. Dies kann je nach Materialdicke auch mit bloßen Händen erfolgen oder unter Verwendung einer Zange. Sehr gut eignet sich vor allem auch für dickere Materialien die dargestellt Zange. |
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| Für eine gute Wölbung habe ich die auf dem Bild ersichtliche Zange leicht umfunktioniert. Dabei handelt es sich um eine Zange zum Biegen für Bremsleitungen an Kraftfahrzeugen, die ich vor Jahren auf dem Grabbeltisch eines Baumarktes gekauft habe. Hierzu sind lediglich die Ecken der Walzen etwas abgerundet worden. |
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Da
die zweite Wölbung indes nicht ohne weiteres erfolgen kann, ohne die
erste Wölbung wieder aufzuheben, ist hierzu eine Veränderung des
Materialgefüges notwendig. Dies ergibt sich durch die Vergrößerung der
Oberfläche bei zwei verschiedenen Wölbungen. Ohne sanfte Gewalt ist das
Blech störrisch und möchte sich nicht vergrößern. Aus diesem Grunde
bildet sich ohne Kraftaufwand und ohne Deformation des Materials eine
unerwünschte Falte. Dem wird Entgegengetreten, indem die Oberfläche
durch gezielte Bearbeitung mit zahlreichen punktuellen Hammerschlägen in
den Bereichen der erwarteten Faltenverwerfungen vergrößert bzw.
gestaucht wird. Durch die Schläge wird die Oberfläche vergrößert. |
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Gut zu sehen ist die Verformung an den Rändern des Werkstückes, dort ist das Material durch Hammerschläge verdichtet und auseinander getrieben worden. |
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| Wer in der Lage ist die soeben gezeigten Arbeitsschritte in die Tat umzusetzen, der ist in der Lage nahezu alle Schleppköder aus Blech nachzufertigen. Die Unterschiede dieser Art der Köder sind sehr gering. Sie unterscheiden sich nur in der Stärke der Wölbung und der Kontur. |
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Sobald
ein Schnittmuster vorliegt, welches dem
Trollingfreund mit zwei linken Händen nur für den Moment des
Umzeichnens entliehen wurde, kann jederzeit diese Form wieder erstellt
werden. Ein Scanner eignet sich zur Erfassung der Form auch, wobei die größere
Oberfläche zu beachten ist.
Genauer ist das Auflegen einer Folie und das spätere Einscannen der ausgeschnittenen Kontur. Wer so was gerne und oft macht, der kann die Form auch sofort als Vektordatei erstellen. Diese Daten sind dann sehr vielseitig verwendbar. |
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Die so festgehaltene Form ermöglicht auch die Erstellung von passgenauen Schablonen für spätere Lackierarbeiten. Der entscheidende Vorteil bei der Verwendung von Messing oder Kupfer im Gegensatz zu Aluminium ist, dass zum einen durch die geniale Farbe des Materials eine Lackierung nicht unbedingt nötig ist , da die gehämmerte Variante nach dem Polieren tolle Reflexe erzeugt, zum anderen lässt sich Messing und Kupfer problemlos bei Erwärmung mit Zinn und Blei verbinden. Das kann für die Stabilität eines dünnblechigen Material hilfreich sein, ist aber besonders genial für die spätere Einteilung in Gewichtsklassen. Einfach mit einem Lötbrenner oder Lötkolben erwärmen und entsprechend dem gewünschten Gewicht verzinnen. Tipp: Verzinnungspaste ist in Säure gelöstes Zinn, welches die Anhaftung von Zinnstangen erheblich vereinfacht. Für
ein unterschiedliches Laufverhalten, welches in Abhängigkeit zur
Geschwindigkeit und Strömung sehr unterschiedlich ausfallen kann, lässt
sich so ein Blinker problemlos in der Hand hinsichtlich der Längswölbung
„nachjustieren“. |
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Um ein vielseitiges Dekor zu erreichen, kann der Löffel natürlich auch geschliffen und lackiert werden. Die im Beispiel gezeigte gehämmerte Optik wurde ausdrücklich gewünscht, da dort tolle Reflexionen produziert werden. Eine glatte Oberfläche lässt sich klassisch mit Schleifklotz oder auf einem Bandschleifer oder ähnlicher Maschine erzielen. Bei dieser Variante empfiehlt sich eine größere Materialstärke von 1-1,5mm zu verwenden, da Material abgetragen wird und bei Verwendung eines zu dünnen Materials die Stabilität verringert wird. |
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Für die glattere Oberfläche eignet sich dann auch ein Bearbeitungshammer in einer sehr viel runderen, kugelförmigeren Ausführung, weniger spitz als im Beispiel. Sicherlich ist der Selbstbau eines Köders nicht der Schlüssel zum erfolgreichen Fischen auf Meerforellen und Lachs. Wer aber jemals mit einem selbstgebauten Köder einen Fisch überlisten konnte, der kann diese besondere Faszination nachvollziehen, wenngleich der „beste Köder der Welt“ natürlich immer einen ungleichen Wettbewerb zu seiner maschinellen Konkurrenz führt. Schließlich bekommt der Selbstgebaute immer mehr Chancen zum Sieg. Da ist der 50-iger schon mal fast 60 cm lang und der Zupfer war garantiert ein Rekordlachs! Viel Erfolg beim Nachbau ! |
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© Boots - Angler - Club e.V. 2008 |