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AUS DER PRAXIS |
| Trolling | Kunstköder | Naturköder | Boot und Trailer | Sonstiges |
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Meerforelle | Lachs | Seeforelle | Simrishamn | Rügen | Bornholm | |
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| Trolling auf Meerforelle |
| Schleppangeln |
| Die spannendste „Langeweile“ auf dem Wasser |
| Stundenlange Warterei auf den Biss und prächtige Fänge liegen beim Schleppen dicht beieinander. Gerade darin liegt die Spannung: Kapitale Räuber schlagen meist dann zu, wenn man am wenigsten mit ihnen rechnet. |
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Von Frerk Petersen |
| Verbotene Früchte sind immer die süßesten. Die Schleppangelei verspricht genau eine solche Frucht zu sein: nicht überall gestattet und mit prächtigen Fangmöglichkeiten. Vor allem an großen Seen und am Meer, wo Räuber weit ab vom Ufer nach Beute suchen, beschert oft nur das Schleppangeln realistische Fangchancen. Erfolge sind indes lange nicht garantiert. |
| Denn obwohl beim Schleppen angelfremde Aspekte wie das Beherrschen des Boots oder das Navigieren eine große Rolle spielen, erfordert der anglerische Vorgang genauso viel Geschick wie bei jeder anderen Technik. Einfach ein paar Köder raushängen und Runden auf dem Wasser drehen, führt selten zum Erfolg. Ein Gespür für aussichtsreiche Fangplätze sowie für Auswahl und Präsentation der Köder sind äußerst wichtig. |
| Zudem lassen sich die ersehnten Erfolge nicht „erkaufen“: Wert des Bootes und Umfang der Angelausrüstung entscheiden nicht über Fang- oder Schneidertage. Das bedeutet für den Schleppangel-Neuling, dass der Einstieg ins Vergnügen nicht teuer sein muss. Für die ersten Schritte genügt im Süßwasser als auch am Meer ein Leihboot sowie eine meistens schon vorhandene Spinnangel-Ausrüstung. Fische erfolgreich abschleppen geht sehr wohl ohne aufwendige Schlepphilfen wie Downrigger oder Planer Boards. Mehr Erfahrung sammelt man ohnehin beim Schleppen „pur“. Wer gleich in die vollen steigt, hat ein leeres Portemonnaie, aber noch keine volle Fischkiste. |
| Große Boote – kurze Ruten |
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| Wer allerdings Spaß am Schleppen gefunden hat, sollte für die Zukunft in eine spezielle Ausrüstung investieren, wobei „High-Tech“ nicht das Maß der Dinge ist: Die Ruten müssen beispielsweise nicht aus Kohlefaser gefertigt sein. Glasfaser-Modelle vertragen Stöße, die sie an Bord unweigerlich ertragen müssen, besser. Lange Modelle um 3 Meter ermöglichen auf kleinen Booten, durch unterschiedliche Rutenhalter-Stellungen die Leinen beim Fahren auseinander zu halten. Auf größeren Booten ist dieses nicht notwendig und dann können der besseren Handlichkeit wegen kürzere Schleppruten-Ausführungen um 2,40 Meter gewählt werden. |
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Orientieren Sie sich bei der
Ausstattung nicht an der maximalen Rutenzahl in der Tabelle. Weniger ist
oft mehr. Besser kontrolliert fischen als zu viele Ruten einsetzen und mit
Verhedderungen kämpfen.
Zur robusten Multirolle (Schnurfassung um 250 Meter 0,40er) gibt es langfristig keine Alternative: Erstens verträgt sie die Belastung durch die permanente Spannung auf der Rute besser als Stationärrollen. Zweitens ist das Hinauslassen der Schnur und das Regulieren der Bremse mit der Multi einfacher. Schnur kaufe ich nach Tragkraft und nicht nach Durchmesser. Sehnen mit 10 Kilo Reißfestigkeit können beispielsweise zwischen 0,34 und 0,43 mm dick sein. Ich wähle letztere. Warum? Eine solche Schnur hat mehr „Masse“ und verträgt Scheuerstellen besser als eine dünne mit gleicher Tragkraft. Moderne Geflechtschnüre machen vorwiegend beim Hechtschleppen Sinn, nicht aber beim Forellen- und Lachsschleppen. Es gehen zu viele Fische wegen der fehlenden Dehnung verloren. |
| Fangen ohne Faustregeln |
| Mit der passenden Ausrüstung an Bord stellt sich noch die Frage nach dem fängigsten Köder und der richtigen Schleppgeschwindigkeit. Beides lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Dazu sind die Gegebenheiten in den unterschiedlichsten Revieren zu verschieden. Oft scheint es auch nicht sonderlich darauf anzukommen: Ich habe schon fünf Meerforellen auf fünf gänzlich unterschiedliche Verführer an einem Tag gefangen. | ![]() |
| Wichtiger dürfte sein, dass die Köder bei der jeweiligen Schleppgeschwindigkeit im Wasser auch „laufen“. Bei welcher Geschwindigkeit sie ihr Spiel vollends entfalten, muss individuell ausprobiert werden. Anstelle sich auf einen Spruch zu verlassen, „Blinker XY fängt am besten bei 2,5 Knoten“ oder ähnlich, sollte man lieber den Köder an kurzer Leine bei der Schleppfahrt einmal neben dem Boot ins Wasser halten. Schwänzelt er müde, wedelt er lebhaft, oder überschlägt er sich schon? Spätestens bei diesem Test wissen Sie, ob Beuteimitat und Bootsgeschwindigkeit zueinander passen. Falls nicht, entweder einen anderen Köder wählen oder am Gashebel etwas spielen. |
| Von diesem Punkt an sind Sie auf sich allein gestellt. Aber mit der nötigen Bereitschaft zum Ausprobieren werden Sie früher oder spätere ans Innere der süßen Frucht „Schleppangeln“ gelangen. Guten Appetit! |
| Zielfische und Techniken im Überblick |
| Zielfisch | Beste Gebiete | Techniken und Köder |
| Hecht | Seen in Deutschland, Dänemark, Irland und Schweden. | 2 bis 4 Ruten pro Boot, Wobbler (Flach- und Tiefläufer) an freier Leine, Blinker hinter Bleiparavanen. |
| Zander | Seen in Deutschland und Dänemark. | 2 Ruten pro Boot, Schwimmwobbler, die mit Birnenbleien an einem Seitenarm zwei Meter davor unmittelbar über Grund geführt werden. |
| Seeforelle | Seen in Süddeutschland, Schweiz, Schweden. | Sehr tief angebotene Blinker, entweder mittels Downrigger oder früher auch spezieller „Tiefschlepprollen“ . |
| Meerforellen | Deutsche, dänische und schwedische Ostsee. |
Küstennah im Flachwasser: 2 bis 4 Ruten pro Boot,
Küstenblinker und Wobbler an freier Leine. Küstenfern: 4 bis 8 Ruten pro Boot, dünnblechige Schleppblinker hinter Downriggern, Paravanen, Divern oder Vorbleien. Seitliche Verteilung der Köder über Planer Boards möglich. |
| Lachse | Ostsee vor Bornholm, Schweden und Finnland. |
„Fresslachse“ (meist 6 bis 10 kg schwer): 4 bis 6 Ruten pro
Boot, mittels Downrigger sehr tief angebotene Blinker oder
Naturköder hinter Flashern oder Dodgern. Wanderlachse (meist über 10 kg): 6 bis 10 Ruten pro Boot, Schleppblinker hinter Downriggern, Paravanen oder Divern. Seitliche Verteilung der Köder über Planer Boards sinnvoll. |
| Schleppen oder „Trolling“? |
| Bekennt man sich dazu, Schleppangler zu sein, ist Missfallen anderer Angler nicht zu erwarten. Nennt man sich hingegen Trolling-Angler, wird leider öfters die Nase gerümpft. Dabei sind vom Begriff her Schleppangeln und Trolling zunächst das Gleiche. |
| Grund für die Unterscheidung ist das Aufkommen der Schleppangelei auf der Ostsee nach skandinavischem Vorbild (engl.: trolling). Der technische Aufwand ist dabei höher als beim Süßwasser-Schleppen. Schon aus Sicherheitsgründen werden küstenfern größere Boote als auf Binnenseen eingesetzt, die mit Funk, Echolot und Navigationshilfen ausgestattet sein müssen. |
| Mangelnde Sachkenntnis führte bei einigen Anglern zu Fehleinschätzungen über das Trolling, beispielsweise die Bootselektronik würde narrensicher an den Fisch führen und Trolling wäre nur was für „Geldsäcke“, die zu bequem sind, sich von der Küste aus Meerforellen zu „erarbeiten“. Anfängliche Vorbehalte auf Verbandsebene gegenüber dem Trolling wurden in jüngster Vergangenheit jedoch vollständig ausgeräumt, so dass das Schleppangeln als auch das Trolling weder als unwaidgerecht noch unmoralisch eingestuft werden können. |
| Das ABC der kleinen oder großen Helferlein |
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© Boots - Angler - Club e.V. 2004 |